Pinx gehört zu den Berliner Bands, die vielfältige Einflüsse
und Zugänge in ihrem musikalischem Netzwerk zulassen, daher
schwer zu beschreiben, aber umso anregender zu hören sind.
Freie Improvisation und Interaktion gehören ebenso zum Vokabular
des Quartetts wie komponiertes Material, das mit der Verwendung
von komplexen Grooves, Soundcollagen und starken Farbwechseln Elektronik-
und Post-Rock-typische Ideen in ein akustisches Jazzumfeld übersetzt.
Die eingespielten Musiker fusionieren diese unterschiedlichen Ideen
zu einem lebendigen Konglomerat; experimentier- und spielfreudig
wühlen sie sich durch den musikalischen Untergrund.
Die CDs "Pinx" (2005) und "milieu" (2007) erschienen
auf Farai-Records (Vertrieb: NRW, Sounddesign und Squidco).
In
der Wahlheimat Berlin ist der Oberösterreicher Rudi Fischerlehner
nicht nur zum formidablen Schlagzeuger gereift, sondern auch zum
Bandleader: Im Quartett Pinx zappt man energetisch zwischen freiem
Jazz, Punk und kontrapunktischem Material. Die neue CD "Milieu"
(Farai Records) lässt live Großes erwarten.
Andreas Felber, DER STANDARD, 2. Oktober 2007
Anfänglich uptempo, aber gleich auch schon im Stau und auf
Umleitungen dirigiert. Trotz des E-Basses nicht fusion-orientiert,
eher von abrupten Tempowechseln bestimmt, von cooler oder angerauhter
Trompetenpoesie, kontrastiert mit dringlichen Saxophonsturmläufen.(Fischerlehners)
krummtaktiger Swing ist total abgespeckt, Ockham´s Rasiermesser
in Aktion. Rhythm, isn´t it?
Bad Alchemy über "milieu", 2007
...bruchhafte Soundcollagen zwischen abstrakten Texturen und elektronischen
Grooves, Indie-Rock und Jazzeinflüssen...
Andreas Felber, Der Standard, 24.6.2006
Pinx, ein erstaunliche Originalität offenbarendes Quartett
mit Trompete, Saxophon, E-Bass und Schlagzeug auf der Suche nach
eigenen Wegen durch die brodelnden Klangwelten der Gegenwart. (...)
Bögen, die von straff organisierten Strukturen über freies
Spiel bis hin zu Klangflächen reichen.
Bert Noglik, Jazzfacts/Deutschlandfunk, 15.April 2005
Das Leben ist grau, der Aschenbecher quillt über, der Blick
in den Hinterhof verheißt nichts Gutes außer Pfützenromantik.
Die Melancholie kommt mit der Trompete: Weiche, traurige Linien,
Fragezeichen, die nach Bestätigung suchen, Musikfetzen, die
im Nirgendwo enden. Nikolaus Neuser blendet sich aus dem Geschehen
aus. Das Berliner Musikerkollektiv Pinx stöhnt belustigt auf.
Saxofonist Sebastian Borkowski gibt einen bellenden Kommentar ab,
Fabian Kalbitzers E-Bass signalisiert gleichmütige Zustimmung
für alles und jeden, am Schlagzeug ist der Teufel los.
Rudi Fischerlehner vertreibt die schöne Großstadtmelancholie,
in die man sich so bereitwillig eingelassen hat.
Das war die Ballade des Sets, wird der österreichische Wahl-Berliner
anmerken. Schluss mit lustig heißt das. Und: Zeit für
härteren Stoff in der Ebene 3 im K3 Heilbronn. Etwa für
ein Schlagzeuggewitter, das sich gewaschen hat. Für einen Angriff
der Martinshörner, Zeit für schrägen, kraftstrotzenden
Jazz. „Have you been out there?“, fragen die Heißsporne.
Man sollte die Frage wahrheitsgemäß beantworten: Mit
Pinx ist nicht zu spaßen.
In New York hat Schlagzeuger Rudi Fischerlehner, das Gehirn der
Gruppe, zuletzt Komposition studiert. Verliebt in eine anspruchsvolle
Collagentechnik, verbindet er Elemente von Drum ’n’
Bass, Neuer Musik und DJ-Techniken: Ein aufregendes Gewühle
durch den musikalischen Untergrund.
Heilbronner Stimme, 28.03.2006
Da möchte man doch mal erfahren, was im Kopf des Exil-Österreichers
Fischerlehner so vor sich geht, wo die Verbindungen zu Einflüssen
jenseits des eigentlich nicht so unkonventionellen Jazz liegen,
der hier eben nur unglaublich agil und frivol um die Ecke kommt.
Mit zugekniffenen Augen wirkt er in seiner schüchternen Schlaksigkeit
ein wenig wie ein Jarvis Cocker, dem der Pop in der Brust zu groß
geworden ist und nun deshalb mit einem wirklichen Kramladen an Stöckchen
und Glöckchen sein Schlagwerk behängt, bearbeitet und
streift, abseitig, zurückgezogen und doch freundlich.
Hier ist die Passion offensichtlich, die Bläser Neuser und
Borkowski arbeiten wie zwei Flügel einer schizophrenen Lunge;
bei einem der unkonventionelleren Stücke namens "Ende
vorbei" gerät sie bei einer Brise Balkan-Kirmes ordentlich
ins Flattern. (...)
Live für alle, die noch keine alten Jazzhasen sind und doch
in die Materie verliebt, sicher eine Offenbarung, doch auch die
dazugehörige Debüt-Konserve "Pinx" (2005, Farai-Records)
zwingt zum Aufhorchen.
Norbert Seidel, Dresdner Neueste Nachrichten, Februar 2006
Einen würdigen Festival-Auftakt setzte die Berliner Formation
’Pinx’. Das war unverschämt selbstbewusste Musik.
Die Kompositionen stammen aus der Feder des Schlagzeugers Rudi Fischerlehner.
Kraftvolle, prägnante Töne von Trompete und Saxophon,
starke Melodien, ordentlicher Drive von Schlagzeug und Elektrobass,
Witz und große Spiellaune sowie ein hervorragendes Zusammenspiel
zeichnete den ersten Beitrag aus.
le nightflight, April 2005
Pinx verbinden jazzige Phrasen mit Elementen aus Drum´n´Bass
und Rock und schaffen damit eine eigenständige musikalische
Form.
Alfred Krondraf, concerto, August 2005
Bei Pinx handelt es sich um das Quartett des in Berlin weilenden
österreichischen Schlagzeugers Rudi Fischerlehner, der auch
für sämtliche Kompositionen dieser CD verantwortlich zeichnet.
Der, durch unwiderstehlichen Drive, E-Bass und prägnante Linien
des vielseitigen Trompeters Nikolaus Neuser geprägte Ensemblesound
wird durch das kernige, vor allem im unteren und mittleren Register
seines Instruments beheimatete Spiel des Tenorsaxophonisten Sebastian
Borkowski optimal geerdet.
Martin Gansinger, jazzzeit, Juli / August 2005
(...) Die gleichnamige Debut-CD "Pinx" liegt nun vor.
Ganz in der Tradition von Ornette Colemans Revolte der 60er, mit
einem Touch von Drum & Bass vielleicht. Zweifellos talentiert,
auch schon mit vollem Sound in der Besetzung mit Drums, Bass, Sax
und Trompete. Ein lobenswerter Versuch, den freien Jazz mit den
Sounds des neuen Jahrtausends zu verknüpfen. (haun)
OÖ Nachrichten, 28.Dezember 2005